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Aufräumen im BeziehungsGewitter

Wer kennt das nicht?

Wir haben folgende Situation: Wir sprechen mit unserem Partner über etwas was uns super wichtig ist und dann plötzlich fängt ein hin & her an, ein Ping Pong Spiel, welches heißt: Ich hab recht – nein ich habe recht. Nachdem vielleicht schon schmerzvolle Aussagen und Vorwürfe geäußert worden sind, kommt vielleicht einer von beiden auf die Idee den Ratschlag „der Klügere gibt nach″ anzuwenden.

Dann denkt sich „der Klügere″ eine schöne Geschichte über den anderen aus, warum der andere so stur ist und dass man selbst weiser ist als der andere. Man gibt sein „recht haben″ nicht wirklich auf, es wird lediglich aus dem Kontakt gegangen mit der eigenen Geschichte und den eigenen Bedürfnissen.

Irgendwann versöhnt man sich dann wieder, aber es bleibt ein kleine oder größere Narbe im Beziehungsnetz. Ich verwende auch oftmals das Bild einer Scheibe, welche zwischen den Partnern ist. Jede Groll-Geschichte, welche wir über den Partner uns ausdenken, wie z. B. „Er/Sie hört mir einfach nie zu!″ oder „Ich fühle mich von dir nicht unterstützt″ oder „Jedesmal wenn mir was wichtig ist, kommt es zum Streit!″ könnten wir mit Schmutz vergleichen, den wir gegen die Scheibe schmeißen. Nachdem wir regelmäßig Dreck auf die Scheibe geschmissen haben, wird die Sicht auf den Partner immer trüber und unklarer. Wir können den anderen nur noch durch diesen Filter wahrnehmen und nicht mehr klar erkennen.

Es ist so als würden wir durch den Schmerz schauen, welcher in uns ist, der nicht ausgesprochen ist. Der Schmerz hat nicht der andere verursacht, er ist in uns und oftmals verbunden mit einer Erfahrung aus der Kindheit. Wenn er jedoch nicht ausgedrückt wird und mitgeteilt, dann schwebt er wie ein Filter zwischen den Partnern und hält ab in echten Kontakt zu treten.

Um nachhaltig die Scheibe sauber zu machen – auf beiden Seiten – gibt es ein Reinigungs-Ritual, welches ich dir sehr ans Herz legen möchte regelmäßig mit deinem Partner durchzuführen. Am Anfang ist dieses Ritual öfter notwendig, nach einer Weile, wird euch sehr schnell klar werden, wie befreiend das ist und das Ritual wird sich in den Alltag integrieren. Ich mache mit meinem Partner oftmals am Tag ein sogenanntes Check-in, um zu checken, ob etwas zwischen uns steht und dann wird es gleich geklärt und kommt nicht auf eine interne Liste – die sogenannte Rabattmarkenliste. Unten dazu mehr.

Nun zum
Fenster-Putzen-Ritual

Nehmt euch dafür mindestens eine Stunde Zeit. Ich habe 1 Stunde 15 Minuten für das Ritual angesetzt. Es ist aber auch variabel. Bitte ohne Handy & Co. Keine Ablenkung. Richtet es so ein, dass die Kinder einen guten Platz haben und ihr wirklich nicht gestört werdet.

Es ist eure Zeit. Macht sie zu einem Event, auch wenn es erstmal ums „Putzen und Aufräumen″ geht. Vielleicht hilft es dir/euch, wenn du/ihr daran denkst/t wie toll es ist, wenn die Wohnung aufgeräumt und geputzt ist und wie wunderbar frisch und sauber die Luft nach einem reinigenden Regenguss ist.

So wird es sich in eurem Beziehungsraum anfühlen, wenn ihr dieses Ritual gemacht habt.

  • Nehmt euch etwas zum Schreiben und erstellt getrennt für 10 Minuten eine Liste mit sogenannten Rabattmarken. Rabattmarken sind alle Groll-Geschichten, welche wir für uns behalten haben und dem Partner nicht gesagt haben, sie aber heimlich (auch unbewusst) in unser Rabattmarkenbuch geklebt haben, um irgendwann wenn die Rabattmarkenseite voll ist ein richtig großes Drama produzieren zu dürfen. Damit das nun nicht passiert, können wir die Rabattmarken abarbeiten. Bitte genau sein. Keine Verallgemeinerungen. Keine Aussagen wie „Du machst immer…!″ Explizite Beispiele und Situationen.

 

  • Nach zehn Minuten stoppt ihr und setzt euch gegenüber. Ihr findet sicherlich noch mehr Punkte. Die können beim nächsten Mal bearbeitet werden.

 

  • Es ist hilfreich etwas Körperkontakt zu haben, z. B. die Hand halten oder mit den Füßen Kontakt zu haben
  • Wer das Treffen einberufen hat fängt mit dem ersten Punkt auf der Liste an = Person A
  • Person A: „Ich habe eine Rabattmarke für dich: „Ich fühle mich…(traurig, ängstlich, wütend), weil….″ Bitte verwendet genau diese Art des Satzbaus. Es ist sinnvoll. Ihr verwendet immer nur eins der oben genannten Gefühle, welches auf die Groll-Geschichten-Situation passt.

Hier zwei Beispiele:

„Ich fühle mich wütend, weil du gestern als wir ins Restaurant gegangen sind, mir die Tür nicht aufgehalten hast, sondern ich sie mir selbst aufmachen musste. Das hat mich verletzt weil ich mich als deine Partnerin nicht geliebt und wertgeschätzt fühle″

„Ich fühle mich (immer noch) traurig, weil du mir letzte Woche, als ich dir voller Freude von dem neuen Auftrag erzählt habe, nicht zugehört hast. Du bist mir in meine Erzählung geplatzt und ich habe nicht weiter sprechen können.″

  • Person B: „Danke! Ich habe gehört, dass du dich (ängstlich, traurig, wütend) fühlst, weil….″

 

  • Person A: „Ja das stimmt. Danke.″ oder falls es nicht das ist was gesagt wurde „Nein, ich habe gesagt: Ich fühle mich…., weil….“ (es wird nochmals das geteilt was gesagt wurde)

 

  • Person B: „Danke! Ich habe gehört, dass du dich …. fühlst, weil….″

 

  • Person A: „Ja das stimmt. Danke.″ oder falls es nicht das ist was gesagt wurde „Nein, ich habe gesagt: Ich fühle mich….“(es wird nochmals das geteilt was gesagt wurde)

Das geht so lange bis Person A ein klares „Ja genau, danke!″ sprechen kann.

 

  • Danach habt ihr die Möglichkeit zu wechseln oder ihr könnt jeweils 3 Punkte durchgehen, bevor ihr wechselt. Das bleibt euch überlassen.

 

  • Nach einer Stunde hört ihr mit diesem Teil des Rituals auf. Bedankt euch gegenseitig.

 

  • Danach hört ihr euch noch gegenseitig jeweils 5 Minuten zu was es mit euch gemacht hat das alles zu sagen und auch zu hören. Person A spricht – Person B hört nur zu. Keine Kommentare.

 

  • Zum Abschluss könnt ihr euch noch 5 Minuten darüber austauschen wie ihr euch jetzt fühlt.

Wenn ihr das regelmäßig macht, wird immer einer den Impuls haben ein Sharing einzuberufen. Das zeigt, dass die Person die Notwendigkeit in sich fühlt etwas zu klären. Für sich zu klären. Es geht in dieser Klärungsübung darum mit seinen Gefühlen und seiner Geschichte gehört zu werden. Es geht NICHT darum den anderen die Schuld dafür zu geben. Wir sind selbst für unsere Gefühle verantwortlich. In einer Partnerschaft hören wir die Bedürfnisse voneinander und können darauf eingehen. d. h. es wird sicherlich die Art und Weise wie wir miteinander umgehen verändern, wenn wir diese Klärungsarbeit regelmäßig machen.

Auch wenn es in erster Linie um die Klärung von Groll geht, wird zusätzlich ganz viel Information über Bedürfnisse und Wünsche ausgesprochen, welche nicht erfüllt wurden. Diese Information kann genützt werden, um im zweiten Schritt die Wünsche und Bedürfnisse auszutauschen und Vereinbarungen zu treffen, welchen den Beziehungsraum definieren.

 

Ich wünsch euch magische Beziehungsmomente

Christine @BeziehungsDesign

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